CeBIT Social Business Arena Interview-Reihe – Heute mit Niclas Otte (SAP AG)

NiclasOtte_mediaNiclas Otte ist Senior Director für Social Software bei der SAP AG und treibt das Business Development für die Regionen EMEA & APJ. Herr Otte ist seit 2005 bei der SAP AG tätig und dort in verschiedenen Rollen die Entwicklung von Cloud & Social Anwendungen für Unternehmen begleitet. Des weiteren ist Herr Otte als Lehrbeauftragter für Social CRM tätig.

 

 

Wo stehen wir beim Thema „Social Collaboration/Business“ in Deutschland?

Social Business hat deutlich an Popularität gewonnen und Social Collaboration Technologien finden sich dieser Tage in vielen Unternehmen – in großen DAX und MDAX Unternehmen, wie auch im Mittelstand. Viele zeigen sich jedoch zunehmend ernüchtert. Man kann sagen wir befinden uns in Gartner’s „valley of disillusionment”, weil Social Business Initiativen die Produktivität des einzelnen und die konzernübergreifende Zusammenarbeit  nicht in dem versprochenen Ausmaß gesteigert hat. Der heutige Ansatz wird den verschiedenen Mitarbeiterrollen oftmals einfach nicht gerecht, so dass Beschäftigte dann sogar in alte Gewohnheiten verfallen und eingesetzte Social Collaboration-Werkzeuge ignorieren. Das ist leider auch einer der Hauptgründe warum sich viele Projekte immernoch als „Social Silos“ darstellen.

Was sind die Herausforderungen in 2014?

Aufgrund der beschriebenen Erfahrungswerte  hören wir ja bereits die ersten Totgesänge auf „Social Business“. Ich denke jedoch das Gegenteil wird der Fall sein, denn wie bei jeder vorhergesagten Revolution beinhaltet auch die „Social Revolution“ eine Evolution und wir lernen schrittweise das Potenzial von Social Business Konzepten und Technologien wahrzunehmen. Vor diesem Hintergrund spielt auch der allgemeine Siegeszug des Social Web eine wichtige Rolle. Es gibt immer weniger heimische Manager (es gibt sie erschreckenderweise noch), die die digitale Revolution für eine Modeerscheinung halten und die Bereitschaft in verwandte innovative Geschäftsmodelle zu investieren wird daher weiter zunehmen. Wir müssen den Wandel hin zum Social Business  noch stärker mit einem gesunden Mix von C-Level Sponsorship und „bottom-up Ansätzen“ forcieren.

Eine weitere Herausforderung für 2014 ist es die richtigen Schlüsse aus den „Provide and Pray“ Erfahrungen zu ziehen. Es gilt den Mehrwert von Social Business über Einzelprojekte hinaus fest zu verankern – bis hin zu Vertrieb-, Service-, Einkauf-, F&E-Abteilungen, usw. Um dem Gerecht zu werden müssen Social-Collaboration-Umgebungen besser die entsprechenden Arbeitsweisen/„Work Patterns“ von verschiedenen Rollen im Unternehmen unterstützen und den für produktives Zusammenarbeiten extrem wichtigen Kontext aus dem betreffenden Geschäftsprozess bereitstellen. Dies trifft umso mehr auf uns in Deutschland zu, wenn man bedenkt mit wieviel Stolz, Aufwand – aber auch Erfolg – wir traditionell Geschäftsprozesse definieren und mit Hilfe von IT Systemen abwickeln.

Was sollten die Themen auf der Cebit sein?

Als gebürtiger Hannoveraner habe ich von klein auf die Entwicklung der Cebit eng verfolgt. Die Cebit ist meiner Meinung nach ein sehr gutes Beispiel für die unglaubliche Innovationsgeschwindigkeit und den damit verbundenen Wandel der IT Branche und der Gesellschaft. Die Social Business Arena ist hierfür ein hervorragendes Forum und ich würde mir wünschen, dass es uns auf der Cebit 2014 gelingt den Wandel durch Social Business greifbarer und umsetzbarer zu machen. Dies muss unser großes Ziel sein: als Technologie Anbieter, Social Business Experten, Firmenchefs,…

Dies bedeutet aber auch, dass wir das Thema meiner Meinung nach umfassender behandeln müssen als dies oftmals passiert. Gewinner werden jene Unternehmen sein, denen es gelingt, vom Mitarbeiter über die Partner bis hin zum Konsumenten sämtliche Akteure und vorhandenes Wissen in Unternehmensprozesse und Arbeitsweisen einzubeziehen. SAP widmet sich dieser Dynamik sehr stark und ich freue mich auf den Austausch hierzu auf der Cebit 2014 und bei der Social Business Arena.

Herr Otte, vielen Dank für das Gespräch!

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Andreas Schulze-Kopp
Andreas Schulze-Kopp ist als Enterprise 2.0 Berater tätig und begleitet Unternehmen auf ihrem Weg zum Social Business. Von der Anfangsanalyse über die potentiellen Prozessoptimierungen, bis zur Einführung und dem Coaching der Mitarbeiter. Durch Euphorie, Begeisterung und dem Aufzeigen von Mehrwerten, versucht er Unternehmen von der ständig stärker werdenden Bedeutung einer internen sozialen Kommunikationsstruktur zu überzeugen und zu begeistern. Außerdem ist er aktiver Blogger und als zertifizierter Social Media Manager (SMA) ein bekennender Fan der sozialen Netzwerke. Außerdem ist er Autor des Fachbuches 'Enterprise 2.0: Social Software auf dem Vormarsch - Gekommen, um zu bleiben', Blogger auf dem Enterprise 2.0 Blog und Co-Moderator der Enterprise 2.0 Gruppe auf Xing und auf Google+.

  • Dr. Martin Bartonitz

    Wer Social Business Anwendungen nicht ohne ein Umdenken der alten industriell geprägten Weltbildern hinzu denen neuen, für Wissenaarbeitende notwenidgen einführt, muss sich nicht wundern.
    Wir stehen mitten im Wandel. weg von der Trennung von Denken und Handeln, weg von Kontrollfreak hin zu, dienenden Führen.
    Warum? Weil sich unsere Welt exponentiell immer schneller dreht und es nicht mehr so gemächlich voran geht. Da braucht es schnellere Entscheidungen, und das bedeutet mehr Expertentum in den Peripherien, jenen Orten, die den Puls an ihrem Markt spüren.
    Am Ende heißt das: Demokratisierung auch der Wirtschaft

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    • Niclas Otte

      Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Die Gewinner gestalten den Wandel sicher wie von Ihnen beschrieben – moderne Führung und Organisation.

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