CeBIT Social Business Arena Interview-Reihe – Heute mit Ellen Trude (open thinking)

Ellen Trude war mehr als 25 Jahre als Bildungsberaterin bei der Bayer AG tätig, zuletzt für die Themen Social Media, Enterprise 2.0 / Social Business und Social Learning und arbeitete bei unternehmensinternen Projekten in diesem Themen mit. Seit Jahren ist sie Gastrednerin und Moderatorin zu den Themen E 2.0 / Social Business und Social Learning unter anderem auf Summits und Barcamps anzutreffen. Gemeinsam mit der centrestage GmbH hat sie einen Kurs zur Qualifizierung von Community Managern im Enterprise 2.0 entwickelt, der Social Collaboration und Social Learning verbindet.

Wo stehen wir beim Thema “Social Collaboration/Business” in Deutschland?

Ich möchte gerne folgendes Bild heranziehen: In vielen Fällen drehen wir immer noch an technologischen Stellschrauben in Enterprise 2.0 Fertigungshallen, und suchen mit herkömmlichen Arbeits- und Kommunikationsmethoden ein Abbild eines Theoriekonzeptes zu fertigen. Zwischen den einzelnen Fertigungshallen gibt es gelegentliche Austausche bei klar geregelter Zuständigkeit: Halle A für Change, Halle B für Social, Halle C für Collaboration usw. Werkmeister gehen im besten Fall zu Konferenzen, um eine neue Blaupause für den (vermeintlichen) Prototypen ihrer jeweiligen dHallenfertigung zu erhalten.

Was sind die Herausforderungen für 2014?

Nahtstellen sind potenzielle Bruchstellen; deshalb gilt es vordringlich, Social Collaboration / Social Business als einen Prozess zu begreifen, der nur – um in obigem Bild zu bleiben – in einer gemeinsamen Fertigungshalle gestartet werden kann. Die große Herausforderung für 2014 besteht m. E. darin, diese gesamtstrategische Herangehensweise zu fördern. Die Basis hierfür sollte ein einvernehmliches Verständnis dessen sein, was unter Social Collaboration und -Business überhaupt verstanden wird. In der fast babylonischen Sprachvielfalt zu diesem Thema und dem steten Aufkommen neuer Begrifflichkeiten (womit den wenigsten gedient sein mag) mutet eine Aussage, wir reisen zum Mond, praktikabler und realistischer an als die, wir sind auf dem Weg zu Social Business.

Um Social Collaboration und Social Business lebbar zu machen, müssen Bedingungen geschaffen werden, beides erleben zu können. So hilfreich Leuchtturmprojekte und sog. Good Practice auch sind, sie bleiben Projekte und Beispiele, wenn sie nur ihren Nischenplatz im ESN (Enterprise Social Network) oder auf Folien der nächsten Präsentation finden.

Was sollte der Beitrag einer Social Business-Diskussion auf der CeBIT 2014 sein?

Die Diskussion auf der CeBIT wünsche ich mir als Austausch aus Vertretern und Vertreterinnen aller Beteiligten mit ihren jeweils unterschiedlichen Standpunkten, von Management über Betriebsräte bis zu „normalen“ Mitarbeitenden. Aus Unternehmen, die am Beginn des Prozesses stehen und aus denjenigen, die bereits Erfahrungen sammelten.  Als Spielregel sollte gelten, dass die Begriffe Technik und Software nicht genutzt werden dürften.

Vielen Dank für das Interview Frau Trude! 

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Andreas Schulze-Kopp
Andreas Schulze-Kopp ist als Enterprise 2.0 Berater tätig und begleitet Unternehmen auf ihrem Weg zum Social Business. Von der Anfangsanalyse über die potentiellen Prozessoptimierungen, bis zur Einführung und dem Coaching der Mitarbeiter. Durch Euphorie, Begeisterung und dem Aufzeigen von Mehrwerten, versucht er Unternehmen von der ständig stärker werdenden Bedeutung einer internen sozialen Kommunikationsstruktur zu überzeugen und zu begeistern. Außerdem ist er aktiver Blogger und als zertifizierter Social Media Manager (SMA) ein bekennender Fan der sozialen Netzwerke. Außerdem ist er Autor des Fachbuches 'Enterprise 2.0: Social Software auf dem Vormarsch - Gekommen, um zu bleiben', Blogger auf dem Enterprise 2.0 Blog und Co-Moderator der Enterprise 2.0 Gruppe auf Xing und auf Google+.

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