Stefan Ehrlich: Social Collaboration in den meisten großen Unternehmen angekommen

Stefan Ehrlich, T-Systems MMSStefan Ehrlich ist Leiter Communication Services der T-Systems Multimedia Solutions GmbH in Dresden. Parallel ist er verantwortlich für das Wissensmanagement im Unternehmen und treibt dabei die Entwicklung der Prozesse und Tools voran. Die T-Systems-Tochter Multimedia Solutions entwickelt internetbasierte Lösungen für Großkonzerne und mittelständische Unternehmen.

Wo stehen wir beim Thema “Social Collaboration/Business” in Deutschland?

Das Thema ist in den meisten großen Unternehmen angekommen. Es wird nicht mehr nur vorsichtig experimentiert, wir sehen große Projekte mit dem Fokus Intranet, Collaboration, Communities, Corporate Social Networks und Wissensmanagement aber auch Brand Communities und Customer Engagement. Der Mittelstand agiert da noch vorsichtiger. Hier mangelt es noch an überzeugenden Cases.
Im Technologie-Sektor haben sich eine Handvoll Player (z.B. Microsoft, IBM, Jive, Lithium) herauskristallisiert, an deren Betrachtung man bei Social Business Projekten nicht mehr vorbei kommt.

Was sind die Herausforderungen in 2014?

Da sehe ich aktuell zwei große Themen:

  • Social-Tools und Cloud-Dienste sind im privaten Leben omnipräsent (Facebook, Twitter, Dropbox, Instagram, flickr, Google+ etc.). Unternehmen tun sich da noch sehr schwer, ihren Mitarbeitern ein adäquates Arbeitsumfeld zu bieten. Viele bieten (überspitzt) noch Standard-Arbeitsplätze mit Windows XP und ohne Internetzugang. Hier wird der Abstand großer Unternehmen zur Marktrealität trotz Social Business Projekten immer größer. Auswirkungen sind nicht zuletzt Probleme im Recruiting junger Talente und fehlende Motivation der Belegschaft am unternehmenseigenen Social Business zu partizipieren.
  • Häufig werden in Social Business Projekten die Anwendungsfälle aus dem Netz kopiert. Das führt z.B. zu Social Networks oder Communities in Unternehmen, meist verbunden mit Mehraufwand für die Mitarbeiter. Wichtig ist hier für jedes Unternehmen der Blick auf die Geschäftsprozesse. Primär muss man sich dort die Frage stellen, wie man mit Social Business Projekten einen Marktvorteil für das eigene Unternehmen schaffen kann.

Was sollte der Beitrag einer Social Business-Diskussion auf der CeBIT 2014 sein?

Mit Blick auf die Herausforderungen ist das Thema Social Business als Geschäftsprozess-Enabler für mich das spannendste und das mit dem meisten Potenzial, ein Unternehmen nachhaltig zu verändern.

Herr Ehrlich, vielen Dank für das Interview!

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Frank Hamm
Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.

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