Tobias Arns

Tobias Arns: In der ITK-Branche setzen 71 Prozent auf Social Software

Tobias ArnsFür den heutigen Beitrag unserer Interviewreihe haben wir Tobias Arns befragt. Tobias Arns ist Bereichsleiter Social Media beim BITKOM e.V. Er betreut dort die Arbeitskreise Social Media sowie Apps & Mobile Services und E-Commerce. Erfahrungen in der strategischen Nutzung von sozialen Medien und mobilen Anwendungen für Unternehmen sammelte Arns als Projektmanager bei NetFederation, einer Unternehmensberatung für digitale Kommunikation. Zuvor war der Kommunikationswissenschaftler für den Informationsdienst der Vereinten Nationen in Wien tätig.

Wo stehen wir beim Thema «Social Collaboration/Business» in Deutschland?

Wir sind natürlich noch nicht so weit, wie man sich das als engagierter Fürsprecher des Themas Social Collaboration wünscht. Dazu gibt es noch viel zu viele Unternehmen, deren Einstellung zu Social Business sehr zurückhaltend ist. Jedoch habe ich das Gefühl, dass immer mehr Firmen die Vorzüge von Social Collaboration verstehen und entsprechende Lösungen nicht nur installieren, sondern auch erfolgreich damit arbeiten. Dazu trägt sicherlich die Verbreitung von Social Media im privaten Umfeld sowie die stark gestiegene Bedienerfreundlichkeit von Social Software bei. Dadurch werden Berührungsängste abgebaut und die Lernkurven der Nutzer werden steiler. Wie eine BITKOM-Studie vor einem Jahr gezeigt hat, setzen in der ITK-Branche bereits 71 Prozent der Unternehmen auf Social Software. Unsere Befragung zeigte auch: Wer Social Software intern im Einsatz hat, der hat auch einen konkreten Nutzen davon. Die ITK-Branche nimmt daher meiner Meinung nach eine Vorreiterrolle beim Thema Social Business ein – ich wünsche mir, dass davon eine Signalwirkung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ausgeht. Diese können beim Thema Social Collaboration mit überschaubarem Aufwand schnell Erfolge erzielen.

Was sind die Herausforderungen für 2014?

Ich glaube, es muss den Befürwortern von Social Business und den Lösungsanbietern noch besser gelingen, nachvollziehbare Anwendungsbeispiele sowie den konkreten Nutzen von Social Software zu vermitteln. Die Entscheider wollen wissen, warum sie in eine bestimmte Plattform und ein dazugehöriges Change-Projekt investieren sollen und die Nutzer wollen wissen, warum sie gerade diese Plattform mit ihren Daten und ihrem Wissen füttern sollen. Um Vorbehalte abzubauen ist nicht nur der Verweis auf abstrakte Werte wie Offenheit und Dialogorientierung gefragt, sondern es muss die Einsicht entstehen, dass Social Collaboration und die damit verbundenen Verhaltensweisen sowohl das Unternehmen als Ganzes als auch den einzelnen Mitarbeiter weiterbringen.

Was sollte der Beitrag einer Social Business-Diskussion auf der CeBIT 2014 sein?

Eine Social Business-Diskussion auf der CeBIT sollte weder nur die technischen Neuerungen behandeln, noch sollte es nur um Fragen der Unternehmenskultur und des Change Managements gehen. Ein wirklich sinnvoller Beitrag wären möglichst viele Erfolgsgeschichten aus der Praxis sowie kreative Ansätze bei der Umsetzung von Social Collaboration im Unternehmen.

Vielen Dank, Herr Arns, für das Interview!

The following two tabs change content below.
Frank Hamm
Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.