#cebiteda16 Herausforderungen zum Arbeiten 4.0 #change #purpose #mutanfall, sagt Alexander Kluge

impuls_aklugeEine spannende Diskussionsrunde zum Thema „Herausforderungen zum Arbeiten 4.0“ erwartet uns im Expert-Panel am 16.03. 2016 um 15:00 Uhr.

Wir haben Alexander Kluge von Kluge Consulting GmbH seinen Ausblick auf das Expert-Panel und damit auf sein Verständnis von Arbeiten 4.0 erfragt. Und Alexander Kluge liefert uns nicht nur drei Hashtags zu Arbeiten 4.0.

 

Wenn Du drei Hashtags nutzen kannst, um Deinen Beitrag zu charakterisieren – welche wären dies?

#change #purpose #Mutanfall

Zugegeben: Den #Mutanfall musste ich mir bei Harald Schirmer borgen. In meiner Arbeit mit Kunden geht es immer wieder darum, Grenzen zu überschreiten, Dinge nicht so zu tun, wie sie eben immer getan wurden – sondern neu zu denken. Nicht unbedingt leicht in einem konservativen Umfeld. Es braucht einen #Mutanfall, damit Entscheider Organisation, Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen neu denken. Und ohne #purpose, also ohne die Antwort auf die Frage nach dem #wozu und #warum, braucht sich kein Unternehmen um #change bemühen. Die digitalen Werkzeuge bilden das neue Rückgrat oder das zentrale Nervensystem der Organisation, aber erst #Change in den Köpfen bedingt neue Verhaltensweisen.

Wie würdest Du Arbeit 4.0 jemandem erklären, der oder die überhaupt nicht im Thema zu Hause ist? Ist Arbeit 4.0 = Digital Workplace?

Auch wenn mir mittlerweile zu viele „X Punkt Null“ Begriffe wie Enterprise 2.0, Führung 3.0, Arbeit 4.0  – auch 5.0 ist mir schon begegnet – im Umlauf sind: Arbeit 4.0 umfaßt aus meiner Sicht die veränderte Arbeitswelt als Ganzes. Nicht nur Technologie treibt den Wandel der Arbeitswelt, sondern auch Werte- und Generationenwandel oder die Globalisierung.

Im Kontext diskutieren wir nicht nur flexibles und mobiles Arbeiten, das Ende der individuellen Zielvereinbarung, kooperative Führung statt Command&Control, Diversität und viele andere Themen, die nicht direkt dem „Digital Workplace“ zuzuordnen sind, sich aber durchaus gegenseitig beeinflussen und verstärken. Die Arbeitswelt verändert sich unter den gesellschaftlichen, sozialen und technologischen Bedingungen rasant. Man denke nur an die aktuelle Diskussion zum Thema künstliche Intelligenz und die Frage, welche Jobs ersetzbar sind. Vielen ist heute noch nicht klar, dass der Großteil unserer Kinder Jobs machen werden, für die es heute noch nicht einmal Titel gibt. 

Arbeit 4.0 ist daher aus meiner Sicht viel mehr als der Digital Workplace – aber der Digital Workplace ist in vielen Bereichen, wo Wissensarbeiter neue Wege der Zusammenarbeit finden, eine der Grundlagen für Arbeit 4.0.

Allenthalben ist zu lesen, um zu Arbeit 4.0 zu gelangen, braucht es die „große Transformation“, und man könnte meinen, die richtige Software wird’s schon richten. Doch wer / was wird oder sollte „transformieren“ werden?

Der Mensch glaubt gerne an die Machbarkeit. „Bevor wir eine Social Software einführen, müssen wir erstmal die Kultur wandeln“. Das habe ich mehr als einmal von Entscheidern in Unternehmen gehört. Kultur kann man aber nicht verordnen oder transformieren. Man kann Rahmenbedingungen schaffen, Prozesse moderieren, aber ich kann mir die Arbeit 4.0 nicht zurechtransformieren.

Meiner Ansicht nach wird nichts transformiert, sondern es transformiert von ganz alleine. Und Unternehmen müssen die richtigen Voraussetzungen schaffen, damit der Wandel in den gewünschten Bahnen ablaufen kann. Das ist keine Planwirtschaft mehr, das ist ein sehr sensibles Steuern, für die es Werkzeuge der Personal- und Organisationsentwicklung gibt – und unter anderem auch eine passende Kombination aus Software- und Hardware hilfreich sein kann.

Die einen sehen Arbeit 4.0 als längst überfälligen digitalen Evolutionsschritt, andere fürchten die völlige Abhängigkeit von Technologie und intelligenten Maschinen. Worin siehst Du die Chancen für den Menschen bei Arbeit 4.0?

aklugeIch sehe große Chancen in der neuen Arbeitswelt. Das fängt bei der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Ort an und geht weiter mit der engen Vernetzung von Unternehmen mit Partnern, Lieferanten und Kunden, der Organisation von Unternehmen in Zelten statt Palästen und neuen Führungsmodellen. Langfristig wird dies zu einem völlig neuen Verständnis von „Arbeit“ bzw. Erwerbstätigkeit führen. Die Übergangsphase ist denkbar schwierig, unsere Sozialsysteme sind gar nicht ausgerichtet auf diese Herausforderung, die schöne neue Welt der Jobs „above the API“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, was „below the API“ bleibt und wie wir mit unserem Bildungssystem überhaupt Schritt halten können. Für all das müssen Lösungen geschaffen werden, aber ich bin Optimist, dass das mit einem #Mutanfall schaffen. Denn eines ist auch sicher: Mit Gesetzen und Verboten wird sich weder die Globalisierung noch die technologische Entwicklung eindämmen lassen. 

Aus diesem Grund haben Siegfried Lautenbacher und ich den Diskurs zum Thema neue Arbeitswelt zum Gegenstand unseres Digital Workplace Meetups #berlinDWM (http://berlindwm.de) gemacht, in dessen Rahmen wir die Entwicklung gemeinsam mit den Experten beobachten und vorantreiben wollen. Am 21.4. werden wir uns in Berlin beispielsweise mit  „Wirearchy“ (http://wirearchy.com) und „Unternehmensdemokratie“ (http://www.unternehmensdemokraten.de) auseinandersetzen. Mehr dazu am 16.3. auf der CeBIT Enterprise Digital Arena ab 18:00 in Halle 4 Stand A58.

Tiefe und hilfreiche Einblicke in Arbeiten 4.0 – danke, Alexander.

The following two tabs change content below.
Ellen Trude
Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.