#ioms16 Transformation, aber in welche Richtung? Carsten Schulz, GIS AG, über innovative Wege zum Digital Workplace

Transformation, erst recht die digitale, ist in fast aller Munde und Good Practice-Beispiele mehren sich. Dennoch: jedes Unternehmen ist gefordert, die eigene Richtung seiner digitalen Transformation auszuloten. Dass hierbei innovative Wege zu beschreiten sind, wird Carsten Schulz von der GIS AG am 28.09.2016 auf dem IOM Summit vorstellen und diskutieren.

Carsten Schulz_Solution Director_GISCarsten Schulz ist Berater, um Kunden auf dem Weg zum Digitalen Arbeitsplatz zu begleiten. Da diese Transformation auch viele Stolpersteine bereithält und sich für jeden Kunden unterschiedlich darstellt, ist es umso wichtiger, einen Partner zu haben, der einem hilft, diesen Weg zu gehen.

Herr Schulz und sein Team haben in vielen Projekten der letzten Jahre zahlreiche Kunden begleiten dürfen und dabei auch sich selbst ständig weiterentwickeln können. Ein Dialog beginnt mit der ersten Idee über eine Konzeption bis zur Umsetzung oder sogar dem Betrieb. In all diesen Phasen ist es Herrn Schulz wichtig, seine Kunden mit ganzer Kraft und seinen Erfahrungen zu unterstützen.

Herr Schulz, mit welchen drei Schlagworten können wir Ihren Beitrag auf dem IOM Summit auszeichnen?

Die langweiligen wenn auch korrekten Begriffe sind #Transformation, #Digital Workplace und #Vorgehen, die aber sehr häufig allgemein und umfassend für alles verwendet werden.
Ja, auch anteilig in dem Titel meines Vortrages. Die spannenderen sind eher #Entscheidung – was muss ich beachten um eine gute Entscheidung zu treffen, #richtig machen – was funktioniert und worauf sollte ich achten, und #umfassend – da die Transformation immer das gesamte Unternehmen betrifft.

Bevor wir uns über die Richtung der Transformation unterhalten, wie lautet Ihre Definition von Transformation? Wer und was muß sich transformieren?

Eine einfache Frage, über die ganze Bücher geschrieben worden sind. Nach meiner Auffassung muss sich das gesamte Unternehmen transformieren, und damit einhergehend alle Mitarbeiter des Unternehmens, da diese die Ergebnisse der Transformation leben dürfen.

Dabei ist es egal, ob wir über „normale“ Mitarbeiter, Führungskräfte, Betriebsräte oder die Geschäftsleitung reden. Eine Transformation ist nur erfolgreich, wenn Sie auch vom gesamten Unternehmen getragen wird. Dabei sind einige Bereiche normalerweise stärker betroffen als andere.

Wichtig ist, dass diese Veränderung begleitet wird und Zeit benötigt.

Man liest und hört häufig, digitale Transformation sei mehr als Einführen und Nutzen von Social Software. Worin sehen Sie dieses „Mehr als…“?

Dies ist auch meine Meinung. Denn Social Software ist nur ein möglicher Baustein in einer digitalen Transformation. Wir konzentrieren uns in unserer Tätigkeit zum Beispiel auf den Digital Workplace, in dem immer häufiger Social Software Einzug hält. Es werden aber auch viele andere Aspekte zusätzlich betrachtet, die zu einem modernen Digital Workplace gehören.

Der Digital Workplace integriert alle digitalen Kanäle personalisiert auf Basis der Bedürfnisse verschiedener Unternehmensrollen und ermöglicht eine Kombination, Ergänzung sowie eine tiefe Integration von Anwendungen, Prozessen, Kollaboration, Kommunikation sowie Informationen. Neben der reinen „Collaboration“, die mit der Social Software einhergeht, sind im Unternehmen auch andere Fähigkeiten und Anforderungen gefragt.

Gezielte Informationsverteilung war und bleibt ein wesentlicher Faktor im Unternehmen, andere Kernapplikationen (ERP, CRM,..) werden weiterhin benötigt und sollten in einem Digitalen Arbeitsplatz integriert und aus den Silos befreit werden.

Auch einfache Prozesse, die heute noch nicht digital sind, bieten sich an, in digitaler Form einen Mehrwert zu liefern. Es geht also bei weitem nicht nur um die Einführung von Social Software. Viele unserer Kunden nehmen dies als Startpunkt, erkennen dann aber selbst, dass dies nur ein Teilaspekt eines digitalen Arbeitsplatzes ist. Dieser bietet viele Chancen, muss aber auch richtig geplant, umgesetzt und eingeführt werden.

Ihr Beitrag behandelt innovative Wege – welche sind dies neben herkömmlichem Projektmanagement? Wie muss sich Projektmanagement für diese Innovation ändern?

Das Projektmanagement ist eine Unterstützung, um zu erkennen, ob mein Projekt sich noch in die richtige Richtung und mit der korrekten Geschwindigkeit bewegt. Es unterstützt mich unter anderem, Aussagen zu treffen, wie weit ich vorangekommen bin. Dabei wurden auch hier in der Vergangenheit neue innovative Ansätze gefunden (Stichwort Agile Methoden).

Neben dem reinen Projektmanagement gibt es allerdings bei der Transformation viel mehr Herausforderungen, die sich über die Veränderung ergeben. Wir Menschen verändern uns nur bedingt freiwillig, nämlich wenn wir einen hohen Nutzen sehen oder uns der bisherige Zustand einiges an Schmerzen bereitet. Dies wird klassisch durch Change Management Methoden adressiert (z.B. von Herrn Kotter Mitte der 90iger gut beschrieben).

In unserer schnelllebigen Zeit ein weiteres wichtiges Thema, das neue innovative Möglichkeiten bietet.

Als erfahrener Berater im Thema digitale Transformation – wo stehen wir heute auf dem Weg zum Digital Workplace?

Die digitale Transformation ist ein fortschreitender Prozess, indem heute noch viel Bewegung ist und kein Endzustand erreicht wurde. Dies ist das Spannende in dem Umfeld. Was wir erkennen, sind verschiedene Phasen, in denen sich Unternehmen befinden. Einige sind weiter fortgeschritten im Reifegrad der Digitalisierung, während andere noch ziemlich am Anfang stehen. Aber kein Unternehmen kommt heute ohne Digitalisierung aus.

Die „geliebte“ E-mail ist ja auch eine Art der Digitalisierung mit all Ihren Vor- aber auch Nachteilen. Wie viele der internen oder externen Prozesse sind heute digitalisiert? Hier türmt sich für viele Unternehmen ein Berg auf, wo sie erkennen, dass sie nicht umhin kommen, diesen erklimmen zu müssen. Der Weg sieht zunächst sehr steil aus.

Daher ist der Startpunkt zunächst einmal zu erkennen, wie hoch der Hügel ist, auf dem das Unternehmen bereits steht und welches ein lohnender nächster Schritt sein kann. Ohne sich als Unternehmen zu übernehmen – finanziell und kulturell.

Der Einstiegspunkt zum Digital Workplace ist heute sehr häufig das in die Jahre gekommene Intranet. Hier lassen sich häufig erste Ansatzpunkte finden und eine Vision aufbauen, wie der zukünftige Digital Workplace aussehen soll.

Welche Erwartungen haben Sie für den IOM Summit?

Ein Summit dient für mich immer als Erfahrungsaustausch, daher erwarten wir zu allererst spannende Diskussionen und mit viel Spaß dabei.

Natürlich sind wir daran interessiert, durch den Dialog zu erfahren, welche Trends sich gerade im Markt abzeichnen und wie weit Unternehmen mittlerweile im Markt in der digitalen Transformation sind. Wo sind heute die Herausforderungen, was hat sich verändert im Vergleich zu den letzten Jahren. Schön ist natürlich auch zu hören, wenn es in der Transformation auch Erfolge gab und was die positiven Faktoren waren, die den Erfolg möglich machten.

Daher freuen wir uns auf den Dialog in den zwei Tagen.

Herr Schulz, vielen Dank für das Interview, und auch wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen.

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Ellen Trude
Ellen Trude, nach 28 Jahren Tätigkeit in Aus- und betrieblicher Weiterbildung der Bayer AG mit stets neuen und meist innovativen Projekten und Aufgaben nunmehr in einer gesunden Mischung aus Vorruhestand und Aktivitäten rund um Workplace (Arbeiten 4.0 / Digitalisierung) und Lernen (Lernen 4.0 / Social Learning) unterwegs - meist digital.

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