Moderne Digital Workplace Konzepte noch lange nicht Standard, aber auf dem Weg! Fazit der Digital Workplace Trends Studie.

In der Vorbereitung der Themenausrichtung für den IOM SUMMIT 2019 werten wir derzeit verschiedene Reports, Beiträge und Diskussionen aus. Unter anderem haben wir uns dabei auch mit der Studie „Digital Workplace Trends 2019“ unsere Veranstaltungspartners Communardo beschäftigt. Die Studie basiert auf der Auswertung einer Online-Befragung mit 134 Teilnehmern aus deutschen Unternehmen, die Communardo zusammen mit der Grohmann Business Consulting im zweiten Halbjahr 2018 durchgeführt hat. (Formular zum Studien-Download / Infografik)

Sicherlich sind die Aussagen bei dieser Fallzahl und der nicht vollständig zufällig zustandgekommenen Teilnehmerstruktur (da die Teilnahme an der Studie unter den Kunden und über die Website von Communardo beworben wurde) noch mit Vorsicht zu genießen, aber sie können sicherlich als grobe Entwicklungstrends gelten.

Ergebnisse zeigen: Der Digital Workplace ist mehr als nur eine neue Form des Intranets

Als eine zentrale Aussage der Studie ist festzuhalten, dass das Verständnis zum Digital Workplace nicht mehr beim begrifflichen Synonym für Intranet stehenbleibt, sondern weit darüber hinausgeht. Natürlich dominiert auch das Thema „Cloud Office“ mit MS Office 365 die Auswertung der Trendstudie – gleichermaßen wurden aber auch die Themen „Mobile Working“ und „Video-/Web-Conferencing“ in der Studie überdurchschnittlich herausgestellt, was vermuten lässt, dass das „zeit- und ortsunabhängige Arbeiten“ doch eine zentrale Zielsetzung hinter den Digital Workplace Ansätzen ist.

Quelle. Communardo Digital Workplace Trendstudie 2019

Einmal zum Ausdruck kommt das bei den Aussagen zu den zukünftigen Investitionen, bei denen 80% der Befragten in den besseren mobilen Zugriff und 70% in den Ausbau der Cloud-basierten Lösung investieren wollen.

Insgesamt stehen die Projekte aber wohl weiterhin erst im Anfangsstadium – da sich mit 42% der Befragten die größte Gruppe im Studium „Erste spezifische Digital Workplace Projekte werden umgesetzt“ einstuft. Nur 17% sehen sich bereits in der abgeschlossenen Projektphase – der Rest erst in der Evalutions- oder Planungsphase.

Die Gründe für den noch nicht soweit fortgeschrittenen Entwicklungsstand der Projekte werden vor allem in dem „fehlenden Commitment von Seiten des Vorstands/der Geschäftsleitung“ gesehen. Hier scheint noch viel Aufklärungsbedarf dahingehend zu bestehen, dass nach wie vor die Funktion und Potentiale des „Digital Workplace“ auf dem Weg zur digitalen Organisation und zur Unterstützung der Geschäftsentwicklung im digitalen Zeitalter nicht ausreichend verstanden wird.

So ziehen die Autoren der Studie dann auch das Fazit, dass die heutige, vor allem in der IT-aufgehängte Verortung der Projekte das wesentliche Problem darstellt. Hierdurch ist der Wirkungsgrad der Projekte eingeschränkt und bezieht sich im Wesentlichen auf die Netto-Arbeitsunterstützung.

Vom Verständnis des unternehmensweiten Informationsportals (aka Intranet) hat man sich nun zu einem Verständnis der unternehmensweiten Arbeitsunterstützung (aka Digital Workplace) entwickelt, was durchaus ein Fortschritt ist, aber noch lange nicht dort ist, wo der Digital Workplace eigentlich stehen und verstanden werden sollte – als „digitaler Unterstützungs-Service-Hub für die unternehmensweite Organisation und Geschäftsentwicklung“.

Fazit: Re-Fokussierung der Diskusionen zum Digital Workplace als Employee-Experience-Hub für die digitale Organisaton

Als Fazit aus den Ergebnissen der Trendstudie für die Ausrichtung der Diskussionen beim IOM SUMMIT ziehen wir folgende Punkte:

(1) Die Diskussion des Digital Workplace darf nicht bei Office 365 bzw. dem Cloud-Office-Ansatz als Produktivitätsplattform stehenbleiben.

Über die letzten zwei bis drei Jahre hat sich die Diskussion um den Cloud-Office-Ansatz (bzw. vor allem Office 365) in den Mittelpunkt der Veranstaltungen zum Digital Workplace geschoben. Auch wenn der Cloud- und Evergreen-Ansatz sowohl technologisch als auch organisatorisch (bzgl. Enablement und Adoption) seine besonderen Anforderungen und damit Projektherausforderungen bringt, darf die Diskussion um den Digital Workplace natürlich nicht bei der Einführung und dem Enablement von Cloud-Office-Konzepten stehenbleiben. Letztendlich ist die Cloud-Office-Funktion nur ein Funktions- bzw. Service-Baustein im Digital Workplace. Sofern der Digital Workplace-Ansatz nur auf dieser Funktion fokussiert, wird der Digital Workplace nur ein IT-Werkzeug bleiben und kein darüber hinausgehendes Management-Commitment erhalten. Natürlich bringt MS Office 365 wie auch die Google G-Suite weitere kollaborative und vernetzungstechnische Ansätze im Huckepack mit, diese werden aber ohne das Management-Commitment nur begrenzt ihre Potentiale entfalten können.

(2) Die Unterstützung der „Employee Experience“ muss als strategische Zielsetzung noch weiter in den Mittelpunkt der Diskussion rücken.

Bereits vor zwei Jahren haben wir im Rahmen des IOM SUMMITs versucht, die Diskussionen stärken mit der HR-Zielsetzung einer stärkeren „Mitarbeiter-Zentrierung“ und  besseren „Mitarbeiter-Erlebnisorientierung“ (aka Employee Experience) in Verbindung zu setzen. Die Ergebnisse der Trendstudie zeigen für uns, dass es einmal mehr wichtig ist, die Diskussion um den „Digital Workplace“ als „Enabling Platform“ in den Mittelpunkt der „Employee Experience“ zu stellen. Denn die Geschäftsentwicklung wird durch die Mitarbeitern geformt, die Mitarbeiter bringen neue Ansprüche an die Formen der Zusammenarbeit und Arbeitsunterstützung mit ins Unternehmen – in diesem Kontext muss der Digital Workplace als „Service-Plattform“ etabliert und entwickelt werden.

(3) Die Potentiale der „Geschäftsentwicklungsunterstützung/-förderung“ durch einen Digital Workplace müssen noch stärker herausgearbeitet werden.

Wir haben in unserem HR-Blog „HR im Wandel“ jüngst über das „Digital HR Manifesto“ der Goinger Kreises berichtet und dabei festgestellt, dass auch die HR in der Transformation ihrer Funktion nach neuen Gestaltungsansätzen für die Unterstützung der Geschäftsentwicklung des Unternehmens sucht. In seinem Manifesto empfiehlt der Kreis „digitale Instrumente“, die Mitarbeiter, das Unternehmen sowie die Organisation in ihrer Entwicklung unterstützen. Die kollaborativ-vernetzten Elemente (Chat-Räume, Team-Kollaboration, Enterprise Social Networking) bieten hier die Unterstützung für die im Englischen als „Emergence“ bezeichnete Entwicklungsfähigkeit, die leider in jüngeren Diskussion um Office 365 doch allzuoft unter den Tisch fällt.

Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen freuen wir uns einmal mehr über Vorschläge für Projektvorträge zum IOM SUMMIT – dabei erwarten wir gar nicht die High-End-Umsetzung, sondern sehen, dass die Teilnehmer auch aus den Erfahrungen der Umsetzungen auf dem Weg dorthin bereits viel lernen können. Hier geht’s zum Call-for-Participation-Formular!


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