Fabian Schütz: Gebt den Menschen Zeit – Der digitale Arbeitsplatz braucht als Fundament eine Verhaltens- und Mindsetänderung!

Wir haben das vierte Referenten-Interview mit Fabian Schütz geführt und freuen uns über seine Antworten. Fabian Schütz ist Office 365 Adoption Lead bei Otto Group und Teil der Einführungsinitiative von Office 365 in der Otto Group. Beim IOM SUMMIT wird er sowohl Einblicke in seine Arbeit und Erfahrungswerte im Rahmen eines Fallstudien-Vortrages wie auch einer Diskussionsrunde am 18. September geben.

Im Interview gibt er Einblicke in seine Fallstudie „Vom „One fits all“ zur „Losgröße 1″ beim digitalen Arbeitsplatz und der digitalen Transformation in der Otto Group“ und verrät uns dabei seine Key-Learnings, die er aus dem Projekt gewonnen hat.

 

(1) Herr Schütz – Sie halten einen Fachvortrag beim IOM SUMMIT. Mit welchen Hashtags können wir Ihren Vortrag auszeichnen?

Sehr bewährt haben sich #diepreussensindschuld und #allesmarmelade – weil ich von menschlichen Ängsten und Verhaltensweisen berichte, die so vieles verständlicher machen, was bei der digitalen Transformation nicht so einfach funktioniert.

(2) Warum braucht es beim Digital Workplace die Losgröße 1?

Weil die Gesellschaft und damit die Menschen immer individueller werden – wir „customizen“ unseren Kaffee, unsere Autos, sogar Turnschuhe kann man sich inzwischen individuell zusammengestellt bestellen. Das macht nicht vor dem Arbeitsplatz halt, den „Standardarbeitsplatz“, der die IT in der Vergangenheit dominierte, gibt es nicht mehr. Der Anwender stellt sich Geräte und die darauf laufenden Tools individuell zusammen, das wird u.a. durch Office 365 extrem befeuert. Aus demselben Grund funktionieren die klassischen Personas oft auch nicht mehr. Weil es „den Controller“ oder „den Wissensarbeiter“ eben nicht mehr gibt.

(3) Wie realisiert man effektiv die hohe Individualisierung des digitalen Arbeitsplatzes? Und wie gewährleistet man, dass der User nicht in der Komplexität der Möglichkeiten untergeht?

Indem man mit den Menschen spricht, immer wieder und sehr intensiv. Wir haben dafür diverse Formate entwickelt. In gemeinsamen Workshops können die Anwender ihre Ängste und Sorgen aber auch Wünsche und Anforderungen an ihren digitalen Arbeitsplatz formulieren und wir können darüber diskutieren und somit ein klares Vorgehen ableiten, bei dem wir den Anwender in den Mittelpunkt stellen. Was die Anwender darüber hinaus fordern sind Leitplanken und Verabredungen und Antworten auf die Frage „Was nutze ich wann und wozu?“. Zudem verspüren wir ein extremes Verlangen nach Best Practices. Dem Anwender reichen die theoretischen Möglichkeiten von neuen Tools nicht, er/sie will wissen, wie andere im Unternehmen davon profitiert haben und für welche konkreten Use Cases sie erfolgreich eingesetzt wurden.

(4) Was sind die großen Hürden auf dem Weg zu einem solchen Konzept?

Allzu oft wird die Office 365 Einführung noch als klassisches IT-Projekt verstanden. Dann wird beim Thema Qualifizierung und Change sehr tradiert auf „Klickschulungen“ als einziges Instrument gesetzt, alle User müssen diese durchlaufen und am Ende wundert man sich, wieso alle einfach wie bisher weiterarbeiten und der Change nicht funktioniert. Hier müssen andere Beteiligte im Unternehmen das Ruder übernehmen – HR, die Personalentwicklung, Kommunikation und z.B. die Organisationsentwicklung, um nur einige zu nennen.

(5) Welche Empfehlungen können Sie als Key Learnings aus Ihrem Projekt geben?

Gebt den Menschen Zeit! Der digitale Arbeitsplatz braucht als Fundament eine Verhaltens- und Mindsetänderung – wie wollen wir zusammenarbeiten, wie transparent und partizipativ, wie brechen wir Silos auf und wie teilen wir unser Wissen und profitieren von der Expertise anderer? Das passiert nicht automatisch von heute auf morgen, nur weil wir im Unternehmen Office 365 einführen. Nur, weil wir die besten Kochwerkzeuge haben, sind wir nicht automatisch Meisterköche.

(6) Mit welchen Erwartungen kommen Sie zum IOM SUMMIT und zu welchen Themen kann man Sie ansprechen?

Ich freue mich auf viele alte Bekannte und Wegbegleiter und vor allem auf neue Kontakte! Mein Herzensthema ist die User Adoption von Office 365 und hier vor allem der Anwender als das „unbekannte Wesen“.

 

Vielen Dank für Ihre Antworten!

The following two tabs change content below.
Marta Medvedec

Marta Medvedec

Marta Medvedec ist für das Content Marketing Management bei Kongress Media zuständig und unterstützt diese bei der inhaltlichen Ausgestaltung der verschiedenen Fachblogs rund um die Themen & Events zur Digitalisierung & digitalen Transformation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.