Im Gespräch mit Claudia Mayer: Das wichtigste ist Mut und Sicherheit zu geben sowie eine offene, ehrliche und frühe persönliche Begleitung der Kolleginnen und Kollegen.

„Funktionierende, soziale Netzwerke sind gewachsene Vertrauens- und Wissensnetzwerke – nicht nur vernetzte Datenpunkte.“ Mit diesem Hintergrund stellt sich ein Enterprise Social Network Wechsel als wesentliche Herausforderung dar. In ihrer Fallstudie „Todesmutig oder machbar? Von einem Enterprise Social Network zum anderen wechseln?“ teilt Claudia Mayer dazu am 17. September ihre Projekterfahrungen.

Als Intrapreneur ist es ihre Leidenschaft, die digitale Transformation in Organisationen zu entfachen und zu unterstützen. Die internen Projekte von Claudia Mayer konzentrieren sich darauf, sichere Fluchthäfen zum Experimentieren zu schaffen, z.B. mit neuen Arbeitsweisen, die nicht nur dazu beitragen, neue „digitale“ Fähigkeiten zu erwerben, sondern auch dazu anregen, die digitale Kluft zu überbrücken (inkl. Denkweise und Verhalten).

Wir haben Claudia Mayer im Vorfeld zu Ihrer Fallstudie beim IOM SUMMIT 2019 interviewt:

(1) Fr Mayer – Sie präsentieren zusammen mit Thao Nguyen und Simon Dückert beim IOM SUMMIT Ihre Erfahrungen beim Wechsel von einem Enterprise Social Network zu einem Anderen. Mit welchen drei Schlagworten können wir Ihren Vortrag auszeichnen?

#Machbar

#Chance: Kulturwandel „New Ways of Working“

#DigitalTogether

(2) Was war der Hintergrund des notwendigen Wechsels?

Wir hatten im Grunde genommen zwei Trigger. Zum einen war dies die Abkündigung der alten Enterprise-Social Network Plattform durch den Anbieter.
Zum anderen wurde nahezu gleichzeitig sichtbar, dass ein Wechsel zu Windows10 notwendig wurde und Office 365 sukzessive eingeführt werden würde. Aus den Erfahrungen heraus jedoch war uns klar, dass es nicht ausreichen würde, allein die neuen Anwendungen zu kommunizieren. Das wäre für unsere Kolleginnen und Kollegen aufgrund der Menge an Neuem nicht verständlich gewesen. Gleichzeitig bot sich uns aber eine große Chance: Mit dem Börsengang 2017 von Siemens Healthineers wurde auch ein umfassender Kulturwandel angestoßen.

Das Healthineers Performance System ist der Rahmen, in dem wir mit Hilfe unserer Verhaltensgrundsätze, den sieben Prinzipien und den darauf aufbauenden People and Leadership Practices ein Arbeitsumfeld schaffen, das auf Vertrauen und auf Lean Leadership basiert.
Das alles lässt sich mit Hilfe von Yammer als unternehmensweites Enterprise Social Network sehr schön leben, aber auch durch andere Office 365 Anwendungen wie etwa Teams. Und so entstand unsere Change-Programm #DigitalTogether.

(3) Funktionierende, soziale Netzwerke sind gewachsene Vertrauens- und Wissensnetzwerke – und nicht nur vernetzte Datenpunkte. Stellt diese Aussage die wesentliche Herausforderung eines ESN-Wechsel dar?

Ja, definitiv!

(4) Wie konnten Sie gewährleisten, dass der Wechsel dennoch funktioniert?

Simon, Thao und ich sind uns einig: Das wichtigste war Mut und Sicherheit zu geben sowie eine offene, ehrliche und sehr frühe persönliche Begleitung der Kolleginnen und Kollegen.

  • Mut = Wir haben uns sehr früh dazu entschieden, weder Inhalte noch die Communities automatisch zu migrieren. Dabei sind wir geblieben.
  • Gleichzeitig haben wir Sicherheit gegeben, indem wir die Inhalte des alten Siemens Social Networks als Archiv weiterhin verfügbar gemacht haben
  • Wir haben uns nicht gescheut, frühzeitig zu kommunizieren – auch noch zu offenen oder ungeklärten Themen und vor allem auch in die Diskussion zu gehen.
  • Hinzu kam eine intensive persönliche Begleitung der bisherigen Community Manager
  • Ausgewählte Interessierte haben wir früh zu einem Piloten eingeladen und zudem  Onboarding-Sessions angeboten
  • So waren und sind die Verantwortlichen hinter Yammer jederzeit sichtbar, ansprechbar

Aber auch das Projektteam war gefordert, denn auch wir mussten zunächst einmal lernen, anders zu arbeiten und ehrlich und geduldig miteinander umzugehen, auch wenn es mal kracht – Keep calm and learn on.

(5) Wenn nun aber die Möglichkeiten für die Schaffung perfekter Rahmenbedingungen nicht gegeben bzw. verfügbar sind – was würden Sie sagen: Eher auf die “Migration” verzichten und einen “Work-Around” bei der technischen Verzahnung bauen oder doch auf die Migration setzen?

Perfekte Rahmenbedingungen gibt es unserer Erfahrung nach nicht. Daher kann der Versuch, diese herzustellen nur scheitern. Für uns war wichtiger, dass wir im Projektteam uns mit einer hohen Veränderungs- und Lernbereitschaft immer wieder auf notwendige Kurskorrekturen eingestellt haben. Ja, und Mut, das vor allem.

(6) Mit welchen Themen und Fragestellungen kommen Sie zum IOM SUMMIT und welche Erwartungen bringen Sie mit?

Was kommt nach der Einführung, wie gestalten andere Unternehmen die Adoption-Phase nach der Einführung,  so dass New Ways of Working auch Wirklichkeit wird.

 

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 


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