Im Gespräch mit Prof. Dr. Sabrina Schork: Alle gestalten das Jetzt mit und haben die Verantwortung für Sinnhaftigkeit zu sorgen!

Im nachfolgenden Interview haben wir mit Prof. Dr. Sabrina Schork über Leadership im digitalen Zeitalter gesprochen. Sie ist Gründerin des esn. Instituts, Professorin für digitale Wirtschaft an der Technischen Hochschule Aschaffenburg sowie für Innovationsmanagement & Design an der AMD München. Am 2. Konferenztag am 18. September wird Prof. Dr. Sabrina Schork beim IOM SUMMIT einen Keynote zu wirksamen Veränderungen und Merkmalen für das Leadership-Modell im digitalen Zeitalter halten. Im Folgenden erklärt Prof. Dr. Schork, warum wir über das Thema Leadership gerade im digitalen Zeitalter sprechen müssen und was wirksame Veränderungen wirklich ausmacht.

(1) Fr. Prof. Dr. Schork – Sie halten beim IOM SUMMIT die Abschlusskeynote zum Thema Leadership. Mit welchen fünf Schlagworten ist Ihr Beitrag auszuzeichnen?

the world belongs to all

(2) Warum müssen wir über das Thema Leadership im digitalen Zeitalter sprechen?

Durch die Digitalisierung wird jede/r Beitragende zum „Leader“, z. B. Influencer über Video,  Politiker über Twitter, Wissenschaftler über Open Access etc. Alle gestalten das Jetzt mit und haben die Verantwortung für Sinnhaftigkeit zu sorgen, so dass Lösungen für Grundprobleme wie bspw. Abkapslung einer Elite, Ausgrenzung von Minderheiten, Frauen- oder Altersarmut oder die Zerstörung des Planeten gefunden werden.

(3) Wenn es im digitalen Zeitalter vor allem um die Anleitung zur Veränderung geht, besteht das Digital Leadership v.a. aus Change Management?

Eine Anleitung reicht nicht aus. Es müssen Zugpferde da sein, die unangenehme Entscheidungen treffen, die das Neue vorleben und den Gegenwind aushalten. Gegenwind von denen, die im ersten Moment das Alte nicht loslassen wollen und Intrigen spinnen, um dieses zu erhalten. Dem Einzelnen hilft Selbstführung, positive Psychologie und Resilienz. Praktische Hilfsmittel sind Affirmationen oder Meditationen, die zur Veränderung des Gehirns und dessen Ströme führen. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann zum Ganzen auf sinnvolle Weise beitragen.

(4) In Ihrem Vortrag sprechen Sie vom „wirksamen Verändern“ – warum? Bzw. Wann sind Veränderungen nicht wirksam?

Veränderungen sind nicht wirksam wenn das, was gesagt wird, nicht gelebt wird oder nicht zugelassen wird. Nicht wirksam ist,  wenn externes neues Wissen in die Organisation getragen, nicht jedoch verankert wird. Wirksam ist, wenn neue Denkhaltungen ihren Ausdruck in neuem Handeln finden und Verhalten, was nicht zum Neuen passt, durch die Gruppe transparent gemacht wird. Im Idealfall wird Fehlverhalten sanktioniert.

(5) Was ist vor diesem Hintergrund ihre zentrale Empfehlung?

Entscheider einsetzen, die das Neue fördern und fordern und in der Lage dazu sind das Alte friedvoll loszulassen. Selbstverantwortung stärken, demokratische Prozesse gut moderieren.

(6) Mit welchen Erwartungen und welchen Fragestellungen kommen Sie zum Event?

Eine Frage: Wie können wir als Veränderer dafür Sorge tragen, dass Sinnvolles gefördert wird und auch die Leisen Gehör finden? Mein Wunsch: Interessierte finden, die sich in Projekten / Initiativen für das neue Lernen und Arbeiten der Zukunft  einbringen möchten.

 

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 

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Marta Medvedec

Marta Medvedec

Marta Medvedec ist für das Content Marketing Management bei Kongress Media zuständig und unterstützt diese bei der inhaltlichen Ausgestaltung der verschiedenen Fachblogs rund um die Themen & Events zur Digitalisierung & digitalen Transformation.

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